Dian the Sain

 

 Das Übel​

 

 

 

 

Es lebte einst das Adelspack, vollgefressen, fett und satt


auf Kosten seiner Untertanen, angeblich auch in Gottes Namen


Herrscher, Popen und Durchlauchte, die schon damals keiner brauchte


versicherten durch Mord und List, dem Volke, dass es nötig ist


dass sie die Menschen überwachten, und im Ernstfall für sie dachten


"Wir schützen euch vor bösen Feinden", sagten sie, und was sie meinten


war, dass sie das selbe wollten, wie die, vor den' sie schützen sollten


Und was sie wollten war nicht wenig, vom Landvogt bis hinauf zum König


machten sie gar fette Beute, durch Ausbeutung der armen Leute

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Volk indes, so schwach wie dumm, erduldete das lange stumm


zahlte Steuern, ließ sich knechten, und tat für seine Herren fechten


verbeugte sich vor Witzgestalten, um diese davon abzuhalten


mehr zu rauben, als sie raubten, wenn sie sich ernstgenommen glaubten


Die Alten lehrten es den Jungen, oder wurden gleich gezwungen


die Jungen an den Staat zu geben, als Leihpfand für ein bessres Leben


Und wäre nicht ein Krieg gekommen, und hätt den Adel mitgenommen


sie würden heute noch wie Bienen, fleißig ihrem Kaiser dienen

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn sich im Menschenhirn nichts rührt, braucht es 'nen Führer, der es führt


drum dauerte es auch nicht lang, bis der nächste Adel kam


Er gab sich, anders als die Ahnen, nun volksnah und trug neue Fahnen


doch sein Geschwätz war altbekannt: Opfert euch für euer Land


und hört auf die, die oben stehen, dann wird es euch bald besser gehen


Der Mob, noch immer nicht gescheiter, vertraute diesen Worten heiter


glaubte, wer immerzu von Pflicht, Disziplin und Ordnung spricht


wie es einst schon die Väter taten, der kann dem deutschen Volk nicht schaden

 

Da Zwang, das lernt man schon als Kind, vor allem den Gezwungnen dient


und die, die streng und herzlos scheinen, es ja nur gut mit einem meinen

 

 

 

 

 

 


So reihten sich bald immer mehr, ein ins strenge Heer


bis selbst die, dies besser wussten, mit ihnen mitmarschieren mussten


und wer sich noch dagegen wehrte, verzweifelt an den Fesseln zerrte


den schimpfte man erst Volksverräter, und erschlug ihn wenig später


ohne dass die Lemmingschar, in deren Namen dies geschah


dran dachte, Widerstand zu leisten.

 

 

 

 

 

 

 

Stattdessen fügten sich die meisten


marschierten stolz von Sieg zu Sieg, hinein in den totalen Krieg


Und erst, als auch der dümmste Schütze, gesehen hat, dass es nichts nützte


im Bombenhagel zu krepieren, oder in Russland zu erfrieren


legten sie die Waffen nieder und sangen wieder Friedenslieder

 

Die Freiheit hat das Land ereilt, und wenn es auch noch war geteilt


so hatten alle doch im Sinn, dass es nun endlich aufwärts ging


bestimmten Männer, die bestimmten, für all die Stummen, Tauben, Blinden


die auf einmal "Wähler" hießen, und all zu viel beim Alten ließen


Noch immer schlägt die Polizei, in Notwehr manchen Mensch entzwei

 

Noch immer schießt das Militär, Feinde tot und schafft noch mehr


Noch immer gibt's ne Oberschicht, hat deren Stimme mehr Gewicht


als die der arbeitenden Herden, die immer noch beschissen werden

 

 

 

 

 

 


Doch abgefüllt mit Brot und Spiele, erdulden dieses Leben viele


bis auch die Spiele und das Brot, gestrichen werden in der Not


Dann schreien sie nach alten Zeiten, nach Adel, Kaiser, Obrigkeiten


und dem, der besser als sein Ruf, weil er die Autobahnen schuf

 

So lang Menschen nach Reichtum gieren, Neid und Eifersucht verspüren


so lang sie trotten mit den Massen, und and're für sich denken lassen


so lang die Schafe nicht begreifen, dass alle Hirten sie beExkrementen


so lange wird das weitergehen, wird nichts dauerhaft bestehen


Denn jeder Umsturz bringt als Lohn, nur Ruf nach neuer Rebellion


Sie wälzen um, was grad nicht passt, und dann, in eigennütz'ger Hast


bauen sie sich eine Welt, die wieder andern nicht gefällt

 

 

 

 

 


 

Das wird noch tausend Mal passieren, wenn sie nicht endlich mal kapieren


dass Ausweispflicht und Uniformen, Krieg, Bürokratie und Normen


Steuern, Zwang und all der Mist, die Wurzel allen Übels ist


Einst vom Adel eingeführt, hat seither niemand dran gerührt


So leben wir im Grund noch heute, nach den Ideen dieser Leute


die doch schon damals keiner brauchte, Herrscher, Popen und Durchlauchte


Man warf die Wichser über Bord, doch ihre Lügen lebten fort

 

Bis heute fällt's den meisten schwer, zu glauben dass es möglich wär


ein Leben ohne die zu führen, die einen führ'n und kontrollieren


Ein später Lohn für die, die logen, und skrupellos ihr Volk betrogen

 

 

 

 


Noch immer basiert uns're Welt, auf deren krankem Menschenbild

 

wonach die Freiheit nur durch Zwang, aufrechterhalten werden kann


und der, der dies nennt "Tyrannei", bloß ein verrückter Träumer sei "